Die Geschichte der Abteilung

 

Pressespiegel zu unserer Geschichte mit Zeitungsartikeln seit 1987
 

Die Karateabteilung des ATS Kulmbach besteht nun seit bald 40 Jahren. Offiziell wird in Kulmbach seit 1975 Karate der Stilrichtung Shotokan trainiert. In dieser Zeit ist natürlich einiges passiert, worüber wir erzählen könnten. Aber beginnen wollen wir selbstverständlich am Anfang der Geschichte.

Unser Gründungswimpel aus dem Jahre 1975
Als in den 1970er Jahren Karate noch nicht so bekannt war wie heute, waren es zahlreiche junge Sportler aus dem Stadt- und Kreisgebiet Kulmbach, die diese Sportart beim SV Hut Coburg praktizierten. Allmählich wuchs das Interesse, doch die Fahrten nach Coburg wurden den Einzelnen zu viel, so dass man sich entschloss, mit dem ATS Kulmbach Verbindung aufzunehmen, um in Kulmbach den Karatesport heimisch zu machen. Der Verein konnte die entsprechenden Übungsräume beschaffen. Bei der Gründungsversammlung am 17.2.1975 waren es genau 80 Personen, die die Karateabteilung als "1. Karate Dojo Kulmbach" aus der Taufe hoben. Insbesondere das Ehepaar Rita und Peter Mattis gab der Abteilung die entsprechende Prägung. Die Mitgliederzahl wuchs zusehends, und schon fünf Jahre später zu Beginn der 1980er Jahre, zählte die Karateabteilung zu den mitgliederstärksten Dojos in ganz Bayern.

Unser erstes offizielles Abzeichen
Laufende Lehrgänge und Schulungen waren die Voraussetzungen für den sportlichen Erfolg, der im Gegensatz zu manch anderen Sportarten sehr lange auf sich warten läßt. Die Lehrgänge, oft von japanischen Trainern geleitet, erfreuten sich regen Zuspruchs. Die Übungsstätten in der Turnhalle Melkendorf und seit 1983 auch die Doppelturnhalle des Caspar-Vischer-Gymnasiums boten bzw. bieten hierfür die ideale Grundlage. Im November 1978 wurde der erste Lehrgang mit dem Japaner Murai Sensei durchgeführt. 1979 wurde die Abteilung mit der Ausrichtung der Oberfränkischen Einzelmeisterschaften beauftragt. Beim fünfjährigen Bestehen 1980 zeigte sich die Abteilung zum ersten Mal in der Öffentlichkeit, als sie Demonstrationen in der Dreifachturnhalle im Weiher durchführte und dafür tosenden Beifall bekam. 1985, im zehnten Jahr des Bestehens der Karateabteilung, hatten sich die bisherigen Initiatoren, hier seien in erster Linie wieder Rita und Peter Mattis genannt, zurückgezogen und die Geschicke der Abteilung neuen, jüngeren Verantwortlichen übergeben. Helmut Wunderlich führte dann die Abteilung bis 1989 weiter. Unter seiner Leitung wurden zahlreiche und erfolgreiche Lehrgänge mit namhaften nationalen und internationalen Trainern veranstaltet. Als bald darauf urplötzlich Rita Mattis aus dem Leben gerissen war, wusste man erst so richtig, dass ein guter Geist der Abteilung uns für immer verlassen hatte.

Als 1989 der gesamte Abteilungsvorstand sowie die meisten aktiven Mitglieder aus dem Verein austraten, erlebte die Abteilung einen dramatischen Einbruch ihrer Erfolgsgeschichte. Seinerzeit übernahm der damals 17jährige Bernd Müller (zu dieser Zeit Träger des 5. Kyu, Blaugurt) unterstützt von Stefan Simon und Matthias Ohnemüller (damals beide 6. Kyu, Grüngurt) als höchstgraduierter ATS-Karateka für ca. ein halbes Jahr die Abteilung und trainierte die übriggebliebenen Mitglieder, die damals allesamt zur Unterstufe (Weiß- bis Orangegurte) zählten. Kommissarisch wurde damals die Abteilung von unserem ebenfalls bereits verstorbenen Sportkameraden Horst Teller geleitet. Später wurde Roland Wagner, der ebenfalls bereits leider 1997 schon verstarb, Abteilungsvorsitzender und leitete das Dojo bis 1992.Die Mitgliederzahlen nahmen wieder zu, und durch die Hilfe von Bernd Müller erlangten die Mitglieder langsam aber sicher wieder höhere Gürtelgraduierungen. 1993 übernahm dann Thomas Wagner die Abteilung und leitete diese bis 1998. 1993 übernahm dann Thomas Wagner die Abteilung und leitete diese bis 1998.

Diese Jahre sollten zu den aktivsten der Abteilung werden. Vor allem durch die Mithilfe von Astrid Otto (geb. Müller, Schwester von Bernd Müller), Simone Linser (geb. Wolf), René Linser, Ralf Kneitz und Christian Hagen wurde das Gesicht der Abteilung von den 1990er-Jahren bis heute besonders hinsichtlich des sozialen Umfelds geprägt. 1993 fand das erste Zeltlager in Rugendorf statt, das seither jedes Jahr einen Höhepunkt im Kalender der Abteilung markiert.
 
Zeltlager 2000 Gänsemarsch im Zeltlager 1997

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Seit 1995 stellt auch das Karate-Sommerlager in Ravensburg einen solchen jährlichen Höhepunkt dar, wenn jedes Jahr bis zu 20 Kulmbacher Karateka Ravensburg unsicher machen.
 
Sommerlager 1997 mit dem dreifachen Kata-Weltmeister Michaël Milon, der leider im März 2002 verstarb Sommerlager 1997: Das übliche Chaos
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Der Ausflug ins oberbayerische Ruhpolding zum 20-jährigen Jubiläum 1995 wurde für unsere Mitglieder ein unvergessliches Erlebnis.
 
Die Teilnehmer der Jubiläumsfahrt 1995 nach Ruhpolding
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

In dieser Zeit begann auch wieder die Erfolgsgeschichte bei Wettkampfteilnahmen, nachdem bereits in den 1980er Jahren einige Kulmbacher Karatekämpfer vordere Plätze auf oberfränkischen und bayerischen Meisterschaften errungen hatten. Auch wenn mit Ralf Kneitz 1994 und '95 im Kumite bereits ein zweiter und dritter Platz bei oberfränkischen Meisterschaften herausgesprungen war, war es ausschließlich der Einfluss von Vera Kemper, die zu dieser Zeit Mitglied des Bayerischen Landeskaders Kata war und die Wettkampfsektion in der Abteilung begründete. Ihr verdankte die Abteilung das Wissen und das Training, das nötig war, um gute Grundlagen für die Wettkampfzukunft des ATS zu legen.
 
Oberfränkische Meisterschaft 1999 in Kronach
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Der erster großer Erfolg ihres Trainings war das Erreichen des 3. Platzes bei der Bayerischen Meisterschaft der Junioren 1996 in Würzburg, als das ATS-Kata-Team mit Günter Teichelmann, Klaus Weiske und Christian Hagen erstmals seit vielen Jahren den ATS Kulmbach mit einer hervorragenden Leistung wieder auf der bayerischen Landkarte präsent machte. Christian Hagen, bis heute unser erfolgsreichster Wettkämpfer und mit dem 4. Dan ranghöchster Gürtelträger, übernahm das schwere Erbe von Vera Kemper. Mit ihm als sportlichem Leiter und Trainer der Leistungsgruppe ging es wettkampfmäßig stetig und steil bergauf, was einen Höhepunkt in der Aufnahme Christians in den Kata-Landeskader 1996 fand. Es folgten bis heute unzählige oberfränkische Meistertitel verschiedener Mitglieder. Christian wurde außerdem mehrfach Bayerischer Meister, holte drei Bronzemedaillen auf Deutschen Meisterschaften und vertrat 2005 Deutschland, bzw. Bayern auf der Europameisterschaft der Regionen in Leipzig.

Inzwischen sorgt die nächste Generation des ATS für Furore und ist längst aus dem Schatten der "Alten" herausgetreten. Besonders der 7. Platz von Katharina Hofbauer auf der Weltmeisterschaft 2004, der Gewinn der Bronzemedaille auf der Deutschen Meisterschaft 2004 durch Lisa Meisel, Alexandra Storath und Katharina Hofbauer, der dritte Platz von Michelle Schackert beim World Cup 2009 in Berlin und ebenfalls der dritte Platz von Christian Hagen beim European Mastercup 2008 in Ravensburg zeugen von der Stärke der ATS-Wettkämpfer, nachzulesen unter Leistungsgruppe.
Mehrere Mitglieder wurden in den Landeskader berufen, und seit 2010 ist Kulmbach Stützpunkt für den oberfränkischen Bezirkskader Kata mit Christian Hagen als Bezirkstrainer.

Jedoch nicht nur bei den Wettkampferfolgen sondern auch bei den Gürtelprüfungen legten die ATS-Karateka seit Ende der 1990er Jahre ordentlich zu. Bernd Müller und Ralf Kneitz legten als erste Vertreter der neuen Generation 1997 ihre Schwarzgurtprüfung ab. Seitdem regnete es nahezu ständig neue Meistergrade: Seit 1997 sind 16 Dan-Prüfungen abgelegt worden, zehn neue Karatemeister hat die Abteilung seitdem hervorgebracht. 2004 legte Alexandra Storath ihre erste Schwarzgurtprüfung ab und wurde damit mit 17 Jahren die jüngste Schwarzgurtträgerin in Bayern. Christian Hagen wurde mit 34 Jahren 2009 bundesweit der jüngste Träger eines 4. Dan.

Zum Erfolg der Abteilung trugen natürlich auch einige Gasttrainer aus dem oberfränkischen Raum bei, die v.a. in den 1990er Jahren regelmäßig bei uns Training hielten und zum Wiederaufbau der Abteilung beitrugen. Weiterhin richtete die Abteilung etliche Lehrgänge mit Pat McKay, Herbert Perchtold, Harald Strauß und David Terbeck aus. Außerdem hielt die Kata-Europameisterin von 1991, Simone Schreiner, 2003 erstmals bei uns einen Lehrgang ab.
 
Lehrgang mit Herbert Perchtold 1998 bei uns Lehrgang mit David Terbeck und Christian Hagen 2000 bei uns
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Von 1998 bis 2002 lenkte René Linser als Abteilungsleiter die Geschicke der Abteilung. Unter ihm fanden im Jahr 2000 wieder die Oberfränkischen Meisterschaften in Kulmbach statt. Ende 2002 übernahm Ralf Kneitz die Abteilungsleitung. Großes Lob erntete die ATS-Karateabteilung 2008 durch die hervorragende Ausrichtung der Bayerischen Meisterschaften, zu der etwa 1000 Sportler und Gäste aus ganz Bayern nach Kulmbach kamen.

Unsere Abteilungsleitung

Unsere Abteilungsleitung 2002 von links nach rechts: Kassier René Linser, Heidesuse Wagner vom ATS-Hauptverein, Abteilungsleiter Ralf Kneitz, sportliche Leiterin Simone Linser, Jugendwartin Sigrid Heißinger, Schriftführerin Astrid Otto.

Das Ausrichterteam der Oberfränkischen Meisterschaft 2000

Die ATS Karate Abteilung als Ausrichter der Oberfränkischen Meisterschaften 2000
 

2003 entschlossen wir uns, neben dem Deutschen Karate Verband (DKV) auch Mitglieder beim Deutschen JKA-Karate-Bund (DJKB) zu melden. Dies ermöglichte unseren aktiven Karateka die Teilnahme am Lehr-, Prüfungs- und vor allem Wettkampfwesen an den beiden größten deutschen Karateverbänden. Christian Hagen wurde vom Bezirksverband Oberfranken zum Bezirksjugendwart berufen.

Im Jahre 2005 feierte die Abteilung ihr 30-jähriges Bestehen. An unserem Gründungsdatum hatten wir zu einem Jubiläumstraining in unserer Halle eingeladen, zu dem sowohl aktive wie ehemalige Sportler und Mitglieder sowie Freunde und Bekannte der Abteilung kamen und ein freudiges Wiedersehen gefeiert haben. Das Training wurde von Harald Strauß aus Lichtenfels gehalten, der v.a. Mitte der 1990er Jahre durch regelmäßige Trainingsbesuche in Kulmbach zum Wiederaufbau der Abteilung beigetragen hatte.

Unsere Gäste zum Jubiläumstraining am 17.2.2005
 
Unsere Gäste zum Jubiläumstraining am 17.2.2005
 

Am 150-jährigen Jubiläum des ATS Kulmbach 2011 beteiligte sich die ATS-Karateabteilung sehr aktiv. Zum ersten Mal in den Geschichten der beiden Abteilungen trafen sich die Judo- und Karateabteilung zu einem gemeinsamen Training. Unter dem Motto "Judo meets Karate" hatten die Teilnehmer viel Spaß, die jeweils andere fernöstliche Kampfkunst einmal kennen zu lernen und auszuprobieren. Seitdem haben nun einige unserer Mitglieder Interesse auch noch am Judo gefunden und verstärken die Anfängergruppe der ATS-Judoabteilung.
 

Ofra2012Kulmbach
 
Die ATS Karate Abteilung als Ausrichter der Oberfränkischen Meisterschaften 2012